Biografie

1928

  • Stefan Wewerka wird am 27. Oktober als zweiter Sohn des Bildhauers Rudolf Wewerka und seiner Frau Margarete, geb. Weber, in Magdeburg-Wilhelmstadt geboren.
  • Schulbesuch in Magdeburg an der Berthold-Otto-Schule.
  • (Während der Schulzeit gelegentliche Treffen mit dem antifaschistischen Priester Dr. Peter Lackas, dessen Gespräche über Religion, Kunst und Politik einen wichtigen Gegenpol zur Hitlerjugend boten.)

 

Ende 1944

  • Einzug zum Reichsarbeitsdienst. (Während einer Zugfahrt zum Wehrmeldeamt in Halberstadt setzt er sich ins Harzvorland ab, wohin die Mutter evakuiert worden war.)

 

1945/46

  • Nach Kriegsende für ein halbes Jahr im Atelier des Vaters in Winsen an der Aller (Lüneburger Heide).

 

1946

  • Mit dem Vater zurück nach Magdeburg.

 

1946–1950

  • Architekturstudium an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin, als Schüler von Max Taut, Eduard Ludwig und Georg Leowald.

 

1948/1949

 

1949

  • Englandreise (von London nach Scarborough, Yorkshire). (Wird beeindruckt von der Landschafts- und Gartenarchitektur und der vom Krieg unversehrten "Durchschnittsarchitektur".)

1950

  • Arbeit an verschiedenen Bauprojekten und Wettbewerben im Büro der Brueder Luckhardt in Berlin. Aus einem der Wettbewerbe wird ein Bauauftrag: Das Wohnhochhaus am Kottbusser Tor.
  • Reise nach Holland (Amsterdam, Rotterdam). Macht die Bekanntschaft der Architekten Huijg Aart Maaskant, Willem van Tijen, Aldo van Eyck, Jacob Bakema. Einen starken Eindruck hinterlassen bei ihm die Bauten vor allem der DeStijl-Gruppe.

1951

  • Erster Preis beim Wettbewerb fuer die Landesjugendherberge Bonn-Venusberg.

 

1952–1954

 

1953

  • Fährt zum CIAM-Treffen (Congrès international de l'Architecture Moderne) nach Aix-en-Provence. Hier trifft er auf Max Bill, Siegfried Giedion, Le Corbusier, Fernand Léger, José Louis Sert und Walter Gropius.

 

1954

  • Nach Abschluss der Arbeiten an der Jugendherberge Umzug nach Köln.
  • Freier Mitarbeiter im Büro des Kölner Architekten Hans Schilling.
  • Entwurf Haus Kerssenboom (nicht gebaut).

Weihnachten 1954/1955

  • Erste Reise nach Wien. Lernt Monsignore Otto Maurer kennen, der die Galerie Nächst St. Stephan leitet.

 

1956

  • Kunstkongress im Kloster Seckau in der Steiermark veranstaltet von Otto Maurer. Hier trifft er auf Hundertwasser, Arnulf Rainer, Pierre Restany, Josef Mikl, Wolfgang Hollegha, Anton Lehmden, Markus Prachensky, Hans Hollein und H. C. Artmann.
  • Zeichnungen der "Erdarchitektur" entstehen.

 

1959

  • Heirat mit Ingrid Broich und Geburt des Sohnes Alexander.
  • Die CIAM ( Congrès international de l'Architecture Moderne) löst sich auf ihrem XI. Treffen in Otterlo/Holland auf und es kommt zur Gründung des TEAM X (Ten) (u.a. George Candilis, Shadrach Woods, Alison & Peter Smithson, Jakob Berend Bakema, Aldo van Eyck).

 

1960

  • Wird zum ersten TEAM X-Treffen in Bagnols-sur-Cèze in Frankreich eingeladen und stellt hier seine Erdarchitektur aus.
  • Stellt die Erdarchitektur im Atelier Mary Bauermeister, Köln, aus.
  • Trifft in der Galerie von Mary Bauermeister und Haro Lauhus u.a. auf Cornelius Cardew, Nam June Paik, Daniel Spoerri, Robert Filliou, Benjamin Patterson.

 

1961

  • Erste Zerschneidungen, Stuhlskulpturen.
  • Innenraumkonzept  für die Galerie DuMont in der Breite Strasse in Koeln.

 

1962

  • Einjährige Umsiedlung nach Paris. Arbeit im Büro Candilis, Josic, Woods.

(Während der Pariser Zeit studiert er ausführlich die spätklassizistischen Bauten der Brüder Auguste und Gustave Perret und beschäftigt sich theoretisch mit dem Umbau alter Städte).

 

1963

  • Kehrt mit Familie nach Berlin zurück. Knapp dreieinhalb Jahre Arbeit im Büro von Hans Scharoun.

 

1965

  • Geburt des zweiten Sohnes, Philipp.
  • Gastprofessur an der Washington University. Ausserhalb des Unterrichts arbeitet er an dem Wettbewerb für die Siedlung Ruhwald in Berlin. Sein Entwurf wird ausgezeichnet, aber nicht realisiert.

 

1967

  • Zurück nach Westdeutschland. Widmet sich jetzt intensiv seiner freien künstlerischen Arbeit, was sich in einer Vielzahl an Zeichnungen, Grafiken, Radierungen, Objekten ausdrückt.
  • Arbeitet für Georg Leowald in Düsseldorf. Hier erste Begegnung mit Joseph Beuys und Al Hansen.
  • Bei einer Vernissage der Galerie Zwirner in Köln erste Begegnung mit Dieter Roth. In folgenden Jahren entstanden gemeinsam geschaffene Zeichnungen und Druckgrafiken.
  • Erste Einzelausstellung bei Tobiès und Silex in Köln.
  • Vierwöchiger Lehrauftrag an der Architekturfakultaet der Technischen Hochschule Aachen.

 

1968

  • Zweimonatige Reise nach New York. Auf dem Weg dorthin Stop in Reykjavik, um Dieter Roth zu besuchen.
  • Doppelausstellung mit Dieter Roth bei Tobiès und Silex in Koeln.

 

1969

  • "Ludwig van" für den Film "Ludwig van" von Mauricio Kagel

 

1970–1972

  • Pendelt zwischen England und Deutschland. In London erste Begegnung mit Richard Hamilton und dem Bildhauer Eduardo Paolozzi. Wiedersehen mit Alison und Peter Smithson.

 

1972

 

Anfang 1973

  • Zurück nach Köln.

 

1977–1993

  • Professur an der Kölner Fachhochschule.

 

1977–1988

  • Zusammenarbeit mit der Firma TECTA. Es entstehen zahlreiche Stühle und Tische, der Küchenbaum, Cella und andere Möbel.

 

1982

  • Beginnt, sich mit der Entwicklung von Bekleidung zu beschäftigen.

 

ab 1983

 

1985

  • Einweihung des von ihm entworfenen TECTA-Ausstellungs-Pavillons.

 

1987


 

1988

  • Brücke im Schloßpark der Familie Wachtmeister von Wanas (Schweden).

1990

  • Bühnenbild für "Warten auf Godot" von Samuel Beckett im Theater am Neumarkt, Zürich.

 

  • Möbelentwürfe für die schwedische Firma Källemo (Longchair und erster Olga-Stuhl) 

 

ab 1992

  • Stuhl Olga 2 und Tischserie Dynamite für Montana Möbler (Dänemark) und mehrere Messestände für Montana Möbler 
  • Umbau Haus Lassen

 

1997

  • Umbau Haus Schmitter

 

2001

  • Umbau Haus Eckermann

 

 

2002

 

  • Stahlskulpturen

 

 

2010-12


  • Wellenbilder (Aquarelle)

 

2013


  • Entwurf für eine "Otto-Säule" für den Magdeburger Domplatz

 

 

Am 14. September ist Stefan Wewerka verstorben.